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Feridun Zaimoglu: Leyla

Feridun Zaimoglu: Kein 'Türken-Fachmann', sondern ein Geschichtenerzähler
Feridun Zaimoglu gehört zweifelsohne zu den 'interessantesten deutschen Gegenwartsautoren' (F.A.Z.), die Süddeutsche Zeitung nennt ihn gar 'einen der wichtigsten deutschen Autoren'. Sein aktueller Roman 'Leyla' wird von den Feuilletons gefeiert 'und bei seinen Lesungen stehen Frauen Schlange für ein Autogramm von ihm', so 'Der Spiegel'. Zurecht, wie die Autorin Claudia Vogt findet: 'Das ist er, der neue Zaimoglu: orientalische Geschichten und Grimmsche Märchen, protziger Schmuck und akkurat gebügelte Hemden. Und Wörter. Angekommen und überall zu Hause. Der Schlüssel dafür ist Bildung, ist Sprache. Heerscharen von Migrationsexperten predigen das, 500 Seiten 'Leyla' geben ihnen recht.'
Dabei möchte Feridun Zaimoglu, Gewinner des Jury-Preises beim Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt 2003, des Adelbert-von-Chamisso-Preises 2004 und des Hugo-Ball-Preises 2005, weder als Migrationsexperte verstanden werden noch als 'Türken-Fachmann, sondern als Geschichtenerzähler', wie er immer wieder betont. Und so erzählt der 1964 im anatolischen Bolu geborene und seit 35 Jahren in Deutschland lebende Drehbuchautor, Journalist und Schriftsteller nun die Geschichte des Mädchens Leyla (übersetzt: 'die Nacht, die niemals endet').
Leyla ist die jüngste Tochter einer Familie, die in den 1950er und -60er Jahren in einer ostanatolischen Kleinstadt lebt. Leylas despotischer Vater ist der absolute Herrscher über Frau und Kinder. Der Armut und der Enge will das Mädchen entkommen - aber wie? Nur eines steht fest: Ihr Weg führt nach Westen - über Istanbul zum Münchner Hauptbahnhof.
'Leyla' erzählt vom Erwachsenwerden in der türkischen Provinz in einer Zeit, als der Kalte Krieg das Land erreicht, die türkische Gesellschaft auf dem Weg in die Moderne ist und dabei einen schmerzhaften Wandel erlebt. Es ist die Geschichte vom Zerfall einer Familie und von einer fremden Welt, aus der sich viele als Gastarbeiter nach Deutschland aufmachten. Und es ist eine Geschichte von der Macht der Religion, ihrem willkürlichen Missbrauch durch die Männer und dem Hin- und Hergerissensein zwischen Tradition und Moderne in einer muslimischen Gesellschaft. 'Ich werde die Gesetze der Männer nicht als Gottes gesprochenes Wort begreifen', sagt Leyla einmal. Doch ihr innerer Kampf zwischen Familienloyalität, Religion und Wille zur Freiheit zerreißt sie fast.
'Zaimoglu schreibt das alles, zur Wahrheit wild entschlossen, auf. In einem archaisch-schönen Märchenton, ohne kitschig zu sein, als Horrorgeschichte, ohne voyeuristisch zu sein, als Geschichte aus der Fremde ohne folkloristischen Zierat', so die Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Für Ulrich Wickert schließlich ist Zaimoglus Familienepos schlichtweg 'brillant'.
Zu überprüfen am Donnerstag, den 19. April, in der Centralstation. (TE)

Die Lesung mit Feridun Zaimoglu am Donnerstag, den 19. April, in der Centralstation ist der Nachholtermin für die am 9. Dezember 2006 wegen Krankheit kurzfristig abgesagte Veranstaltung. Alle für den damaligen Termin erworbenen Tickets behalten ihre Gültigkeit. Selbstverständlich können sie notfalls aber auch zurückgegeben werden.

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Donnerstag, 19. April 2007
Beginn: 20:00 Uhr
Einlass: 19:00 Uhr

Saal bestuhlt

Tickets ab 6,00 €
Kategorie VVK AK
Preiskategorie 1 6,00 € 9,00 €

Alle Eintrittspreise sind Endpreise. Keine Gewähr für die Richtigkeit der Preisangaben.

Verantwortlicher Veranstalter:
Centralstation - Im Carree - 64283 Darmstadt

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