Boysetsfire: The Misery Index: Notes From The Plague Years
Boysetsfire: Melodiöse Brächialität mit intelligenten Arrangements
Die Reihe mit Konzerten der härteren Gangart in der Centralstation geht weiter: mit Boysetsfire aus Newark/Delaware, USA. Es wird zugleich eines der letzten Konzerte der amerikanischen Hardcore-Band sein - und ihr letzter Auftritt in Deutschland. Nach der Tour im Herbst werde man die Band nach zwölf ereignisreichen Jahren auflösen, hieß es am 31. Juli 2006 auf der offiziellen Website von Boysetsfire.
Unter anderem das Musikmagazin VISIONS adelte ihr zweites Album 'After The Eulogy' (im Jahr 2000 bei Victory Records erschienen) zur 'besten Hardcore-Platte der letzten Jahre'. Zurecht. Boysetsfire gingen auf Lollapallooza-, Warped- und Deconstruction-Tourneen: 'We toured our butts off [...]. We fought a lot, drank a lot, did a lot of interviews [...]', heißt es in der Bandbiographie. Doch die Band entwickelte sich weiter - auch dank einiger schmerzlicher Einschnitte. Das Ein-Album-Intermezzo beim Major-Plattenlabel Epic/Sony vor drei Jahren zählt dazu. Im Februar 2006 kehren Boysetsfire mit dem aktuellen Album 'The Misery Index: Notes From The Plague Years' zu einem kleineren Label (Burning Heart Records) und zum in Punk- und Hardcore verwurzelten (Emo-/Screamo-) Rock zurück. Wieder mit mehr Ecken und Kanten als das Vorgängeralbum, intensiver, und - typisch Boysetsfire - nicht vor genre-ungewöhnlichen Experimenten zurückschreckend. Der punktuelle Einsatz von Bläsern beispielsweise kann als Verbeugung vor den legendären Mighty Mighty Bosstones verstanden werden. Auch, wenn die musikalischen Einflüsse der vier US-Amerikaner und des Münchners Robert Ehrenbrand (ein ehemaliger Roadie, seit 2003 Bassist der Band) eher bei den Cro-Mags, Dag Nasty, Quicksand, Fugazi, Samiam, Nile oder auch Woody Guthrie zu finden sind. Für jüngere Bands wie Poison The Well, Thrice oder Thursday waren Boysetsfire Wegbereiter.
Die Stimme von Sänger Nathan Gray unterstreicht den Charakter ihrer Musik, sie ist variabel und vielseitig wie die kaum eines anderen HC-Shouters. Boysetsfire-Songs sind geprägt von einer melodiöser Brachialität und intelligenten Arrangements. Manche nennen das 'Hardcore mit Köpfchen'. Keinem Schema folgend, manchmal eingängig, manchmal pathetisch, ohne ins Kitschige abzugleiten, dann wieder auf den Punkt gebracht und wütend wie die Axt im Walde. Bei Boysetsfire bekommt die Hardcore-Fraktion genug Futter, um über manchen Zuckerpart hinwegzukommen. Die Texte fungieren dabei als Korsett: Sie sind kompromisslos, kämpferisch, persönlich, berührend, politisch, sozialkompetent. Hardcore mit Herz und Hirn. (TE)
Besetzung: Nathan Gray (Vocals), Chad Istvan (Guitar), Robert Ehrenbrand (Bass), Josh Latshaw (Guitar), Matt Krupanski (Drums)
Pressestimme: 'Die wichtigste, wundervollste und vielseitigste Hardcore-Band aller Zeiten, der Welt und überhaupt.' VISIONS 04/2000
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Dienstag, 05. September 2006
Beginn: 21:00 Uhr
Einlass: 20:00 Uhr
Halle unbestuhlt
Alle Eintrittspreise sind Endpreise. Keine Gewähr für die Richtigkeit der Preisangaben.
Verantwortlicher Veranstalter:
Centralstation - Im Carree - 64283 Darmstadt
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