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Musik des 20. Jahrhunderts: Meditation

Musik des 20. Jahrhunderts: Meditation
Das Orchester des Staatstheaters Darmstadt setzt seine Konzertreihe in der Centralstation, die mittlerweile zum Geheimtipp für Freunde zeitgenössischer Musik avanciert ist, auch in der Saison 2006/07 fort. In insgesamt drei Konzerten werden verschiedene Musikstile des 20. Jahrhunderts vorgestellt, wie gewohnt von Generalmusikdirektor Stefan Blunier moderiert. Im ersten Konzert unter dem Motto 'Meditation' steht geistliche Musik zeitgenössischer Komponistinnen auf dem Programm, die alle aus Russland stammen. Die 1919 in Petrograd geborene Komponistin Galina Ustvolskaja ist mit gleich drei Stücken vertreten: ihrer 4. und 5. Sinfonie aus den 1980er und 1990er Jahren sowie der Komposition Nr. 1 'Dona nobis pacem' von 1970/71. Ihr Kompositionslehrer Dmitri Schostakowitsch, der selten lobende Worte für seine Schüler fand, schrieb über sie: 'Ich bin überzeugt, dass die Musik Ustvolskajas weltweite Anerkennung finden wird bei allen, die der Wahrhaftigkeit in der Musik entscheidende Bedeutung beimessen.'
Eine weitere Grande Dame der zeitgenössischen russischen Musik ist Sofia Gubaidulina, die 1931 in Tschistopol (Tatarische Republik) geboren wurde. Auch sie wurde von der Musik Schostakowitschs geprägt, wie sie selbst sagt: 'Den größten Einfluss auf meine Arbeit hatten Dmitri Schostakowitsch und Anton Webern. Obwohl dieser Einfluss in meiner Musik scheinbar keine Spuren hinterlassen hat, ist es doch so, dass mich diese beiden Komponisten das Wichtigste gelehrt haben: ich selbst zu sein.' Seit Beginn der 1980er Jahre gelangten ihre Werke - insbesondere dank des tatkräftigen Einsatzes von Gidon Kremer - rasch in die westlichen Konzertprogramme. Ihre Meditation aus dem Jahr 1993 über den Choral 'Vor deinen Thron tret' ich hiermit' von J. S. Bach zeugt von der Beschäftigung mit geistlicher Musik.
Diametral entgegengesetzt zu der Ästhetik von Ustvolskaja und Gubaidulina wirkt die Musik von Alla Pavlova, deren Werk 'We are the love' - 1974 entstanden ' absolut harmonisch und fast naiv anmutend. Die Komponistin und Musikwissenschaftlerin stammt aus Moskau und lebt seit 1990 in New York.
Ebenfalls in New York lebt mittlerweile die junge Komponistin Lera Auerbach, die in der Ural-Stadt Tscheljabinsk am Rande Sibiriens geboren wurde. Die Pianistin und Komponistin kann bereits auf einen großen Werkkatalog zurücksehen, der auch schriftstellerische Werke umfasst. 1996 wurde sie von der Internationalen Puschkin-Gesellschaft sogar zur 'Dichterin des Jahres' ernannt. Im Konzert kommt ihr Tonband-Stück 'After the end of time' von 1992 zur Uraufführung. (Staatstheater)

Programm:
Galina Ustvolskaja Sinfonie Nr. 4 Gebet (1986)
Alla Pavlova We are the love für Gesang, Klavier und Streicher (1974)
Galina Ustvolskaja Komposition Nr. 1 Dona nobis pacem (1970/71)
Galina Ustvolskaja Sinfonie Nr. 5 Amen für Sprecher und Ensemble (1990)
Lera Auerbach After the end of time op. 27 für Tonband (1992) Uraufführung
Sofia Gubaidulina Meditation über den Choral 'Vor deinen Thron tret' ich hiermit' von J. S. Bach (BWV 668) für Cembalo und Streicher (1993)

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Montag, 11. Dezember 2006
Beginn: 20:00 Uhr
Einlass: 19:00 Uhr

Saal bestuhlt

Tickets ab 10,50 €
Kategorie VVK AK
Kategorie A 18,00 € 22,00 €
Kategorie B 13,00 € 16,00 €
Kategorie C 10,50 € 13,00 €

Alle Eintrittspreise sind Endpreise. Keine Gewähr für die Richtigkeit der Preisangaben.

Verantwortlicher Veranstalter:
Staatstheater Darmstadt

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