Anthony B
Anthony B: Speerspitze des rootsorientierten Dancehall-Reggaes
Die ganze Karibik singt Anthony Bs Songs. Tracks wie 'Raid Di Barn' und 'Cold Feet' dröhnen aus den Minibussen, die für den öffentlichen Nahverkehr zuständig sind, an den Straßenecken floriert der Handel mit seinen Tapes. Zusammen mit Sizzla und Buju Banton bildet Anthony B die Speerspitze des rootsorientierten Dancehall-Reggaes.
Aufgewachsen ist Anthony B aka Keith Blair im jamaikanischen Clarks Town im Bezirk Trelawny, der zur Zeit der britischen Kolonialherrschaft für seine Freiheitskämpfer, die sogenannten Maroons, bekannt war. So ist es nicht verwunderlich, dass Anthony B einen besonderen Draht zu diesem Thema hat und es ihm wichtig ist, immer wieder an seine afrikanischen Wurzeln zu erinnern.
Bereits in früher Jugend wendet sich Anthony B dem Rasta-Glauben zu. Zunächst gehört er der Glaubens-Richtung der Nyahbinghi an, die an ihren offenen Dreadlocks zu erkennen sind. Später wechselt er zur Richtung der Bobo-Dreads. Diese tragen wie der Gründer ihrer Bewegung, König Emmanuel Charles Edwards, weite Gewänder und verhüllen ihre Dreadlocks mit einem Turban.
Sein Debüt als DJ gibt Anthony B beim Soundsystem Shaggy Hi-Power. 1991 gewinnt er einen Wettbewerb und darf beim legendären Sunsplash-Festival auftreten. Sein Single-Debüt folgt 1993 'The Living Is Hard'. Von diesem Punkt aus geht es für den Künstler steil bergauf. Doch Anthony B ist nicht unumstritten. Viele Radiostationen weigern sich, seinen Hit 'Fire Pon Rome' zu spielen. Grund ist der mehr als papstkritische Ton in diesem Song. Ein Widerspruch zu seinem Engagement gegen Waffengewalt in seiner Heimat.
Das 1997 erscheinende Album 'Universal Struggle' baut Anthony B's Stellung in der jamaikanischen und der karibischen Reggaeszene weiter aus. Auch international macht er damit von sich reden. Doch nicht nur damit: Wegen seines Vorschlags, den jamaikanischen Premierminister den Feuertod sterben zu lassen, muss sich der Sänger im September 2001 vor Gericht verantworten. Er beharrt allerdings darauf, dass seine Äußerung metaphorisch zu verstehen sei.
2002 arbeitet er mit dem Berliner Reggae-Kollektiv Seeed bei dem Track 'Waterpumpee' zusammen, einer Adaption des Anthony B-Songs 'Waan Back'. Sein Bekanntheitsgrad reicht mittlerweile weit über die Grenzen Jamaikas hinaus. Auch in Deutschland ist er Reggaeinteressierten längst ein Begriff. Auf seinem aktuellen Album trägt er dem nochmals Rechnung: Der Song 'Face Off' wird von dem deutschen, mittlerweile aber auch in Jamaika etablierten Reggae-Künstler Gentleman gefeatured. (RED)
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Sonntag, 03. Dezember 2006
Beginn: 21:00 Uhr
Einlass: 20:00 Uhr
Halle unbestuhlt
Alle Eintrittspreise sind Endpreise. Keine Gewähr für die Richtigkeit der Preisangaben.
Verantwortlicher Veranstalter:
Centralstation - Im Carree - 64283 Darmstadt
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