Voriges Event SICHTEN 11: Sichtbar am 29.10.2007
Voriges Event SICHTEN 11: Sichtbar am 30.10.2007

Musik des 20. Jahrhunderts: 1. Konzert

Orchester des Staatstheaters Darmstadt: Mit Musik des 20. Jahrhunderts
'Who is afraid of modern music?', lautet die Frage auch wieder in der Spielzeit 2007/08, in der das Orchester des Staatstheaters Darmstadt seine Konzertreihe 'Musik des 20. Jahrhunderts' in der Centralstation fortsetzt. In insgesamt drei Konzerten - wie gewohnt moderiert - werden verschiedene Musikstile des 20. Jahrhunderts vorgestellt. Das erste Konzert unter der Leitung von Generalmusikdirektor Stefan Blunier ist einem deutsch-österreichischen Querschnitt gewidmet, der vor allem Werke der 1920er Jahre zu einem Programm vereint. Genauer gesagt ist es eine Schneise Hanau-Wien, die geschlagen wird, denn während Paul Hindemith als Sohn einer in Schlesien verwurzelten Familie aus Hanau stammt, kommen sowohl Ernst Krenek, Egon Wellesz als auch Ernst Toch aus der österreichischen Hauptstadt, wo sie zwischen 1885 und 1900 geboren wurden.
Paul Hindemith war von 1915 bis 1923 Konzertmeister an der Frankfurter Opernbühne. Bereits damals wurden mehrere seiner Werke bei den Donaueschinger Musiktagen uraufgeführt, so 1921 sein 2. Streichquartett Opus 16, das ihm mit kaum dreißig Jahren den Ruf des einflussreichsten und geachtetesten modernen Musikers Europas einbrachte und ihn zu einem der bedeutendsten, aber auch umstrittensten Richtungsweiser zeitgenössischer Musik in Deutschland machte. Für Donaueschingen war Hindemith auch als Ideengeber tätig. 1926 regte er bei verschiedenen Kollegen einen Zyklus von Werken für Blasorchester an. Neben einem eigenen Stück für die Besetzung wurde auch jeweils ein Werk von Ernst Krenek, Ernst Toch, Ernst Pepping und Hans Gál beigesteuert. Mit dem Beitrag von Ernst Krenek - Drei lustige Märsche op. 44 für Blasorchester - wird das 1. Centralstation-Konzert eröffnet. Von Ernst Toch, der auch ein Werk für Blasorchester komponierte, kommt allerdings ein anderes Stück zur Aufführung, das zeitlich noch früher liegt: Die chinesische Flöte für 14 Solo-Instrumente und Solo-Sopran op. 29 aus dem Jahr 1922. Das Stück entstand auf Texte von Hans Bethge, der 1907 ein Bändchen mit Nachdichtungen chinesischer Gedichte veröffentlichte, die zahlreiche Musiker zur Komposition inspirierten. Es singt Sonja Gerlach, die in Darmstadt bereits als Blonde (Die Entführung aus dem Serail), als Serpina (La serva padrona) sowie als Christelflein zu hören war.
Ein Schicksal teilte Toch mit Hindemith und Krenek: Alle drei gingen nach der Machtergreifung Hitlers ins Exil in die USA: Toch schrieb für Hollywood Filmmusiken, Krenek unterrichtete vor allem, beschäftigte sich in seinen späten Jahren mit serieller und elektronischer Musik, Hindemith hingegen kam 1953 aus den USA zurück und lebte in der Schweiz. Von Hindemith, der ein außerordentlich umfangreiches und vielseitiges Werk hinterlassen hat, kommt die Kammermusik Nr. 3 für obligates Violoncello und 10 Solo-Instrumente aus dem Jahr 1925 zur Aufführung. Im Darmstädter Konzert spielt Michael Veit, Solo-Cellist des Staatstheaters Darmstadt, den Solo-Part.
Auch Egon Wellesz, sicherlich der unbekannteste unter den vier Komponisten, musste ins Exil. Er ging nach London, wo der im deutschsprachigen Raum sehr bekannte Komponist allerdings keinen Anschluss fand, auch nicht an sein kompositorisches Schaffen, in dem 'die Grundelemente der Musik neu erlebt und neu in Zusammenhang zueinander gebracht werden: Melodie, Harmonie und Rhythmus', wie es eine zeitgenössische Kritik formulierte. Den schöpferischen Bruch konnte er nie mehr ganz überwinden. Seine Suite für Violine und Kammerorchester op. 38, die im Konzert zur Aufführung kommt, stammt aus dem Jahr 1924. Die russische Geigerin Olga Pogorelova, seit 2002 Konzertmeisterin des Orchesters des Staatstheaters Darmstadt, wird als Solistin zu hören sein.
(Staatstheater Darmstadt)

Programm
Ernst Krenek: Drei lustige Märsche op. 44 für Blasorchester (1926)
Egon Wellesz: Suite für Violine und Kammerorchester op. 38 (1924)
Ernst Toch: Die chinesische Flöte für 14 Solo-Instrumente und Solo-Sopran op. 29, nach Worten von Hans Bethge (1922)
Paul Hindemith: Kammermusik Nr. 3, Konzert für obligates Violoncello und 10 Solo-Instrumente op. 36/2 (1925)
Ernst Krenek: Von vorn herein für Kammerensemble op. 219 (1974)

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Montag, 29. Oktober 2007
Beginn: 20:00 Uhr
Einlass: 19:00 Uhr

Saal bestuhlt

Tickets ab 10,50 €
Kategorie VVK AK
Kategorie A 18,00 € 22,00 €
Kategorie B 13,00 € 16,00 €
Kategorie C 10,50 € 13,00 €

Alle Eintrittspreise sind Endpreise. Keine Gewähr für die Richtigkeit der Preisangaben.

Verantwortlicher Veranstalter:
Staatstheater Darmstadt

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