Nik Bärtsch‘s Ronin: Holon
Nik Bärtsch's Ronin: Begründer des Zen-Funk
Was ist das für eine Musik, die so unermüdlich tanzt und pulsiert in ihrem Gegeneinander ungerader und gerader Metren? Bei all ihrer dynamischen Energie: Jazz ist es offensichtlich nicht. Obwohl Jazz einen Teil der musikalischen Sozialisation des Schweizer Pianisten und Komponisten Nik Bärtsch bildet und Improvisation eine gewisse Rolle in seinen Stücken spielt, geht es hier nicht um subjektiven Ausdruck. Manche Besucher von Bärtschs Zürcher Clubkonzerten und eine Reihe von Pop-Kritikern glaubten bereits Affinitäten zu Trance oder Ambient zu entdecken, allerdings kommen auf dem ersten Album 'Stoa' keinerlei elektronische Loops zum Einsatz. 'Stoa' wurde von dem renommierten Münchner Produzenten Manfred Eicher (ECM) mit dem Toningenieur Gérard de Haro im Mai 2005 in den Studios La Buissonne in Pernes-les-Fontaines, Frankreich, aufgenommen und bei einem speziellen Release-Konzert im Zürcher Club 'Kaufleuten' der Öffentlichkeit vorgestellt.
Nik Bärtsch selbst nennt seine Musik 'Ritual Groove Musik'. In diese haben Elemente aus unterschiedlichen musikalischen Welten wie Funk, Neue Musik oder Klänge der japanischen Ritualmusik Eingang gefunden. Diese Formen werden jedoch nicht postmodern nebeneinander gestellt oder zitiert, sondern verschmelzen zu einem neuen Stil.
Im Frühjahr 2008 erscheint nun der Nachfolger 'Holon', auf dem Bärtsch und seine Band Ronin ihre Vorstellung von 'Ritual Groove Musik' konsequent weiterentwickelt haben. Das Ergebnis ist eine groovende, klanglich und rhythmisch hochdifferenzierte Musik, zusammengesetzt aus wenigen Phrasen und Motiven, die immer wieder neu und abwechslungsreich kombiniert und überlagert werden. Die Musiker schaffen so eine Ästhetik, die auf allen Ebenen musikalischer Äußerung durchgehalten ist. Komposition, Phrasierung, Klanggestaltung, Musizierhaltung und Stückdramaturgie bilden gemeinsam ein Ganzes, dessen sämtliche Teile aufeinander bezogen sind. Zu erleben am Dienstag, den 15 April, in der Centralstation. (RED)
Besetzung: Nik Bärtsch (Piano), Björn Meyer (Bass), Kaspar Rast (Drums), Andi Pupato (Perkussion) und Sha (Bass- und Kontrabassklarinette, Altsaxofon)
Pressestimme:
Bärtschs Stärke ist die ständige Metamorphose von durchaus schnell ins Ohr gehenden Motiv-Gedanken, bei denen man sich aber nie zu sicher sein sollte. Zumal selbst der asiatisch-poetische Einfluss nie auf esoterisches Glatteis führt. Als 'Zen-Funk' hat Bärtsch seine stilistische Marschrichtung einmal bezeichnet. Für das Album 'Stoa' gilt daher auch: geistig-spiritueller Vollzug anhand von musikalisch-kulinarischem Genuss.
Guido Fischer, Jazzthetik
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Dienstag, 15. April 2008
Beginn: 20:30 Uhr
Einlass: 19:30 Uhr
Saal bestuhlt
Alle Eintrittspreise sind Endpreise. Keine Gewähr für die Richtigkeit der Preisangaben.
Verantwortlicher Veranstalter:
Centralstation Kultur GmbH * Im Carree * 64283 Darmstadt
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