Dichterschlacht SOLO - Nils Heinrich: Die Abgründe des Nils
Nils Heinrich: Die Abgründe des Nils
Aus dem All sieht man zwischen Polen und Frankreich einen riesigen, grauen bis hellbeigen Fleck. Das ist die BRD - die 'Beige Republik Deutschland', das Land mit der weltweit größten Ressource an richtig alten Menschen. So sieht es zumindest Nils Heinrich, 37. Der Kabarettist, Poet und Musiker kommt aus einer Zeit, als 'MySpace' noch 'Stasi-Akte' hieß und man die Freunde darin nicht mal selber adden musste. Nun sitzt Nils Heinrich hin und wieder auf einer Parkbank, füttert Vögel mit altem Brot (denn altes Brot und alte Menschen gehören zusammen) - und beobachtet andere, die den Vögeln aufgrund der gestiegenen Lebensmittelpreise das Brot wieder aus den Schnäbeln klauen. 'Die Abgründe des Nils' heißt das neue Kabarettprogramm des gebürtigen Stuttgarters und Wahlberliner. Es beinhaltet hitverdächtige Gesinnungsapplauslieder, Spülmaschinenvoodoo, Reime über Schafe ('Wolle auf Beinen') und Randgruppen-HipHop für jedes Ghetto (Internet-Hitsingle 'Oma Inge'). Unvergessen Heinrichs Auftritt als Special Guest der 17. Dichterschlacht in der Centralstation im Januar 2007, als der nur auf den ersten Blick brav wirkende Musikkabarettist das Publikum zum Toben brachte, indem er sich die Kapuze seines Sweatshirts übers Haupt zog und mit seinem Rap 'Fischers Fritze fischt frische Fische' in Höchstgeschwindigkeit und voller Witz über das in der HipHop-Szene nicht gerade verbreitete Thema Angeln rappte.
Man fragt sich bisweilen, wo er seine irrwitzigen Ideen und Vergleiche herholt, doch dazu lässt er ausrichten, dass er Drogen sehr skeptisch gegenübersteht, weil sie so teuer sind.
Heinrichs 'schöne Worte bemänteln grausige Tatsachen', beschreibt die Sächsische Zeitung treffend seinen Humor. Es bereitet ihm wie seinem Publikum Vergnügen, wenn er als selbsternannter 'Freizeitforscher' seine Umwelt kritisch in rhetorisch brillanten Texten und Liedern reflektiert und über Handyfotografen lästert, die Handyfotos davon schießen, wie sie gerade Handyfotos schießen - oder wenn er sich über viel zu viel 'Coffee to go' und in Berlin sogar 'Caipi to go' auslässt. Wer zuviel lacht, riskiert, die nächste Pointe zu verpassen. Und wer am Samstag, dem 28. Februar, nicht in die Centralstation kommt, der verpasst einen kurzweiligen, lustigen Abend - so schön wie ein reinigendes Gewitter. (RED)
Pressestimmen:
'Originell, ausdrucksstark und richtig komisch.' Süddeutsche Zeitung
'Genauer und kritischer Beobachter seiner Umwelt. Schön böse.' Ruhr Nachrichten Bochum
'Charismatische Stimme, brilliante Rhetorik.' Kölner Rundschau
'Rotzig frech und sehr vergnüglich...' Rüsselsheimer Echo
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Samstag, 28. Februar 2009
Beginn: 19:30 Uhr
Einlass: 18:30 Uhr
Saal bestuhlt
Alle Eintrittspreise sind Endpreise. Keine Gewähr für die Richtigkeit der Preisangaben.
Verantwortlicher Veranstalter:
Centralstation Kultur GmbH * Im Carree * 64283 Darmstadt
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