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Kettcar

Kettcar: Das wütende Wir
Es gibt Bands, die haben sich abgefunden. Mit sich, dem Leben, mit allem. Über die muss man gar nicht erst reden. Dann gibt es Bands, die haben sich damit abgefunden, dass man sich damit nicht abfinden kann. Die ihr Dagegensein verkaufen und sich einrichten in ihrer Rebellions-Doppelhaushälfte, die Wände in protestrot gestrichen, auf dem Boden das Widerstandslaminat. Und dann gibt es Kettcar. Die sich nicht abfinden wollen, mit nichts, die alles in Frage stellen und niemanden schonen. Am wenigsten sich selbst. Das beweist 'Sylt', das dritte Album, das oft überrascht, manchmal schockiert und wenig Antworten bietet, schon gar keine leichten. Stattdessen Fragen, Fragen, Fragen. Kettcar sind weit gekommen. Statt Ich und Du spricht nun das wütende Wir, das gnadenlos schildert, was schief läuft.
'Sylt' ist eine realistische und daher mitunter düstere Chronik. Den einen wird die Würde genommen ('Geringfügig, befristet, raus', 'Würde'), die anderen verzichten freiwillig darauf ('Graceland', 'Kein Außen mehr'). Auch die musikalischen Karten wurden neu gemischt. 'Sylt' hat so gar nichts heimelig Wohltuendes, das Album schlägt Krach, es schmerzt, es drängt und ist dabei trotzdem mitreißend, tanzbar und leidenschaftlich.
Manche Dinge sind es Wert, gerettet zu werden. Andere nicht. Das wissen Kettcar, und nach all den bitteren Wahrheiten, die nur allzu leicht ans Aufgeben denken lassen, kommt mit 'Wir werden nie enttäuscht werden' das dicke Ausrufezeichen. Der Song ist ein stürmischer Ausbruch, der den Weg aus der Resignation weist, eine der seltenen Antworten auf dieser großen Fragen-Platte. Hier wird dann doch noch die Brücke in die Vergangenheit geschlagen, in der die Rede war vom 'Einsehen zum Schluss, dass man weitermachen muss'. Denn Kettcar mögen sich verändert haben. Aber sie sind immer noch dieselbe Band. Und was für eine.
Tour-Support ist der Hamburger Singer/Songwriter Niels Frevert. Sein Solo-Debüt ('Niels Frevert', 1997) liegt bereits elf, seine zweite Platte 'Seltsam öffne dich‘ (2003) fast fünf Jahre zurück. Album Nummer drei 'Du kannst mich an der Ecke rauslassen' (VÖ Februar 2008) scheint nun auf den ersten Blick mit nur neun Stücken überraschend kurz. Doch ist das Resultat eine wohl gefilterte Zusammenstellung, auf der sich Frevert trotz allem Zeit lässt für Vorspiele und ausschweifende Instrumentalstrecken. Sie geben den Texten Raum zum Atmen und dem Hörer Platz zum spielerischen Weiterdenken, auf seiner Suche nach Antworten, die in den Liedern immer neu angestoßen wird.
Sonntag, den 26. Oktober, in der Centralstation. (RED)

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Sonntag, 26. Oktober 2008
Beginn: 21:00 Uhr
Einlass: 20:00 Uhr

Halle unbestuhlt

Tickets ab 20,00 €
Kategorie VVK AK
Preiskategorie 1 20,00 € 24,00 €

Alle Eintrittspreise sind Endpreise. Keine Gewähr für die Richtigkeit der Preisangaben.

Verantwortlicher Veranstalter:
Centralstation Kultur GmbH * Im Carree * 64283 Darmstadt

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