Musik des 20. Jahrhunderts: 1. Konzert - Groupe des Six
Musik des 20. Jahrhunderts: Das Staatsorchester Darmstadt in der Centralstation
Neue Saison, neues Glück! Die Reihe des Staatsorchesters Darmstadt in der Centralstation mit Musik des 20. Jahrhunderts geht weiter und widmet sich im ersten Konzert der Groupe des Six bestehend aus den Komponisten Darius Milhaud, Arthur Honegger, Germaine Tailleferre, Georges Auric, Francis Poulenc und Louis Durey.
Die Groupe des Six formierte sich im Paris der 'Années folles', der verrückten Jahre nach dem Ersten Weltkrieg, der ungeheure kreative Energien freigesetzt hatte. Ihren Namen erhielt die Truppe um Milhaud von dem Musikjournalisten Henri Collet, der 1920 zwei Artikel veröffentlichte, in denen er die sechs Komponisten mit dem berühmten russischen Komponistenkreis 'Mächtiges Häuflein' verglich. Dabei verband die Mitglieder der Groupe des Six weniger eine übergeordnete Ästhetik als in erster Linie ein freundschaftliches Band. Milhaud und Honegger hatten sich bereits 1911 am Conservatoire in Paris kennen gelernt. In jener Zeit erarbeiteten sie sich gemeinsam in Milhauds Appartement Klavierwerke, die nicht im Lehr-Kanon des Conservatoires geduldet waren, darunter Werke von Schönberg, Strawinsky und Richard Strauss. Diese Freundschaft wurde zur Keimzelle der späteren Groupe des Six. Bereits 1912 stieß Germaine Tailleferre dazu, die Milhaud und Honegger im Kompositionskurs Charles-Marie Widors am Conservatoire begegnete. Ein Jahr später machte Georges Auric ihre Bekanntschaft. 1916 stieß der junge Pianist Francis Poulenc dazu. Als Letzter kam 1917 Louis Durey zu der Clique, deren musikalischer Ziehvater Erik Satie war. Als 'Manager' trat Jean Cocteau auf, der in seiner Aphorismen-Sammlung 'Hahn und Harlekin' von 1918 ein ästhetisches Manifest der Gruppe zu formulieren versucht hatte und der auch maßgeblich am Positionieren der Groupe des Six im musikalischen Leben der französischen Metropole beteiligt war.
Der Erste Weltkrieg unterbrach die regelmäßigen Treffen der Gruppe, aber als Milhaud 1919 nach Paris zurückkam, intensivierte sich das Zusammensein wieder. Es kam zu den berühmt-berüchtigten Samstagstreffen der 'Samedistes', deren Kern die Groupe des Six bildete. Es war eine unternehmungslustige Truppe, die sich gemeinsam auf den Jahrmärkten, im Zirkus 'Medrano', im Kino, in Bars oder bei Milhaud traf. Aus diesem Geist heraus entstanden um 1920 zahlreiche originelle Werke, die nicht selten auch im Rahmen dieser Treffen uraufgeführt wurden. Am Montag, dem 20. Oktober, sind einige davon unter der Leitung von Lukas Beikircher in der Centralstation zu hören. (Staatstheater)
Programm:
Germaine Tailleferre: 'Image' für Flöte, Klarinette, Célesta und Streichquartett (1918)
Arthur Honegger: Poème symphonique 'Pastorale d'été' (1920)
Louis Durey: Divertissement op. 107 für Oboe, Klarinette und Fagott
Francis Poulenc: 'Deux Marches et un Intermède' (1937)
Darius Milhaud: 'Jeux de printemps' (1944)
Georges Auric: 'Imaginées VI' (1976)
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Montag, 20. Oktober 2008
Beginn: 20:00 Uhr
Einlass: 19:00 Uhr
Saal bestuhlt
Alle Eintrittspreise sind Endpreise. Keine Gewähr für die Richtigkeit der Preisangaben.
Verantwortlicher Veranstalter:
Staatstheater Darmstadt -Georg-Büchner-Platz 1- 64283 Darmstadt
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