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Tilman Rammstedt: Der Kaiser von China

Tilman Rammstedt: Zwischen Promenadenkonzert und Operetten-Medley
Der Berliner Autor Tilman Rammstedt debütierte 2003 mit seinem Roman 'Erledigungen vor der Feier' und ist seitdem mehrfach ausgezeichnet worden. Mit 'Der Kaiser von China' (erschienen im Oktober 2008) ist ihm ein überwältigender Roman gelungen, so urkomisch, dass man sich mit dem größten Vergnügen belügen lässt. Und das geht so: Keith Stapperpfennig weiß wenig von seiner Mutter, vom Vater gar nichts. Zusammen mit vier vermeintlichen Geschwistern wuchs er beim Großvater auf - mit immer neuen, immer jüngeren Großmüttern. Zum Achtzigsten schenken die Enkel ihrem Großvater eine gemeinsame Reise an ein Ziel seiner Wahl. Als er sich China wünscht, will keiner ihn begleiten - am Ende bleibt es an Keith hängen. Der lehnt sich zum ersten Mal im Leben auf, verjubelt das Reisegeld und lässt den Großvater alleine ziehen. Doch dann bekommt Keith von der jüngsten Großmutter einen Anruf, sein Opa sei im Westerwald gestorben. Er muss eine Geschichte aus dem Hut zaubern, die den Geschwistern glaubhaft macht, die Reise habe stattgefunden - und erfindet sein eigenes China. Eine Verstrickung in Lügen beginnt...
Bei der Verleihung des Ingeborg-Bachmann-Preises lobte die Jury den Text als hochkomisch wie traurig und brillant. 'Für mich bleibt das ein virtuoser Text, komponiert und mit der Wirkung wie ein Promenadenkonzert, dem man gern und beschwingt zuhört, das aber eben ein Operettenmedley war,' urteilte Jurymitglied Burkhard Spinnen nach der Lesung, die Rammstedt sowohl den Haupt- als auch den Publikumspreis einbrachte. ''Der Kaiser von China' ist ein Buch, das uns die richtige Station verpassen lässt, die richtige Bahn, die richtige Stadt, alles scheinbar Richtige, den Schlaf, den Einkauf, das Kino-Rendezvous, die Deadline; ein Roman, aus dem wir nicht aussteigen können, nicht bei diesem Tempo, der uns hochreißt, mitreißt, wegreißt, weit fort, und der uns erschüttert, weil wir plötzlich, Tränen lachend, hinter der irrwitzigen, kalligraphisch verzierten Fassade eine tiefe und freundliche Wahrheit erblicken, weil ein Buddha in seinem Inneren sitzt, Pu-Tai selbst, der immer Wiedergeborene, Sonne und Regen im Hanfsack. Ein ganz und gar undeutsches Buch ist das, das nicht nur jeden Preis verdient, sondern bereits zwei bedeutende gewonnen hat, bevor es überhaupt erschienen ist. Ins Klagenfurter Seriositätenkabinett, diesen Porzellanladen, brach Rammstedt mit der Wucht einer Elefantenhorde ein', schreibt Oliver Jungen in der FAZ vom 25. Oktober 2008.
Die Centralstation freut sich auf diese literarische 'Wucht'. (MEI)

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Dienstag, 17. Februar 2009
Beginn: 20:00 Uhr
Einlass: 19:00 Uhr

Saal bestuhlt

Tickets ab 7,00 €
Kategorie VVK AK
Preiskategorie 1 7,00 € 9,00 €

Alle Eintrittspreise sind Endpreise. Keine Gewähr für die Richtigkeit der Preisangaben.

Verantwortlicher Veranstalter:
Centralstation Kultur GmbH * Im Carree * 64283 Darmstadt

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