Musik des 20. Jahrhunderts: 2. Konzert - Zweite Wiener Schule
Auf dem Programm des 2. Konzertes, das das Staatsorchester Darmstadt in dieser Spielzeit in der Centralstation gibt, stehen Werke der bedeutendsten Komponisten der sogenannten 'Zweiten Wiener Schule'. Damit ist ein Komponistenkreis zu Beginn des 20. Jahrhunderts gemeint, der sich um Arnold Schönberg gegründet hat. Den Kern bilden gemeinsam mit dem Lehrer Schönberg die beiden Schüler Anton Webern und Alban Berg. Untrennbar verbunden mit dieser Schule ist die Anwendung einer neuen Kompositionsmethode, die zur Grundlage für alle weiteren Entwicklungen der modernen Musik werden sollte: Etwa um 1920 entwickelte Schönberg die 'Methode der Komposition mit zwölf nur aufeinander bezogenen Tönen', die sogenannte Zwölftontechnik. Dabei ging es ihm darum, einer Beziehungs- und Regellosigkeit der Musik entgegenzuwirken, die sich nach der Auflösung der traditionellen Harmonik einzustellen drohte. Schönbergs Methode geht von den zwölf gleichberechtigten Halbtönen einer Oktave aus und legt fest, dass keiner von ihnen wiederholt werden darf, ehe die elf anderen erklungen sind. Eine Zwölftonreihe regelt so die melodischen und harmonischen Beziehungen eines Musikstücks. Die 'Fünf Orchesterstücke op. 16' zählen zu denjenigen Werken, in denen Schönberg seine neue Sprache exemplarisch formulierte.
Webern war der wohl radikalste Musiker der Zweiten Wiener Schule. Seine 'Sechs Stücke op. 6' widmete er seinem Lehrer Schönberg. Ihm ging es allerdings von Anfang an weniger um die massive Klangballung, sondern vielmehr um eine transparente Textur aus ständig wechselnden, subtilen Farbkombinationen. Berg wiederum gilt als derjenige Musiker, bei dem sich Expression und Konstruktion, anarchisch wuchernde Phantasie und strenge satztechnische Disziplin vereinen wie bei keinem anderen. Seine 'Sieben frühen Lieder' aus den Jahren 1905 bis 1908 basieren auf Texten unter anderem von Nikolaus Lenau, Theodor Storm und Rainer Maria Rilke und wurden 1928 von Berg selbst noch einmal überarbeitet. Ihre formale Anordnung folgt einer klaren dramaturgischen Konzeption, die dem Zyklus der 'Altenberg-Lieder' verwandt ist. Diese 'Fünf Orchesterlieder nach Ansichtskarten-Texten von Peter Altenberg' provozierten 1913 einen der größten Konzertskandale der Musikgeschichte: Als skandalös empfunden wurden nicht nur die Texte des Wiener Dichters Altenberg. Irritierend wirkten auch die ungewöhnliche Konstellation von extremer Formreduktion und spätromantisch-symphonischem Klangapparat. Gleichermaßen faszinierend an allen Werken von Komponisten der 'Zweiten Wiener Schule' ist die bei aller formalen Strenge stets große Klangsinnlichkeit. (Staatsorchester Darmstadt)
Programm:
Arnold Schönberg: Fünf Orchesterstücke op. 16 (1909/1949)
Anton Webern: Sechs Stücke op. 6 (1909/1920)
Alban Berg: Sieben frühe Lieder (1905-1908/1928) sowie Fünf Orchesterlieder nach Ansichtskarten-Texten von Peter Altenberg op. 4 (1912)
Dieses Event ist leider vorbei. Hier finden Sie unser aktuelles Programm
Montag, 02. März 2009
Beginn: 20:00 Uhr
Einlass: 19:00 Uhr
Saal bestuhlt
Alle Eintrittspreise sind Endpreise. Keine Gewähr für die Richtigkeit der Preisangaben.
Verantwortlicher Veranstalter:
Staatstheater Darmstadt, Georg-Büchner-Platz 1, 64283 Darmstadt
Ähnliche Veranstaltungen



