Tomte: Live 2009
Tomte: Schwere Aufgaben und gelungene Lösungen
In Zeiten wie diesen Bedarf es schon einer gewissen Genialität, wenn man in der Lage ist, Konsens zu schaffen, Begehrlichkeiten zu wecken und träumen zu helfen. Das alles hat Tomte geschafft.
Denkt man nun an Bequemlichkeit, Zurücklehnen oder süßes Nichtstun, dann hat man die Rechnung ohne die vier Jungs aus Hamburg gemacht: Im Oktober des vergangenen Jahres erschien mit 'Heureka' das mittlerweile fünfte Studioalbum der Hamburger. Keine Spur also von Südsee-Cocktails und Sonnenbrand - es würde auch gar nicht zu Tomte passen. 'Heureka' ist ein 'Wir-sind-wieder-da-und-noch-lange-nicht-fertig'-Statement und versprüht eine Intensität, die es zu entdecken lohnt. Und ehrlich gesagt: So etwas hört man in diesem Land nur noch selten.
Man bekommt das Gefühl, Tomte hätten sich nach 'Buchstaben über der Stadt' (2006) entschieden, jetzt mal vollständig die Hosen herunter zu lassen: 'Hier ist mein Leben, meine Gedanken und mein Weg. Nimm mich beim Wort, komm mit!' An so viel Offenheit kommt man nicht vorbei, muss einfach zuhören - und glauben. Denn wer Tomte mag, der will glauben: an den anderen Weg. Den guten!
Fragen und Antworten werden einem da um die Ohren gehauen. Textzeilen, die einen grübeln lassen, was Thees Uhlmann da wieder für Bilder im Kopf gehabt haben muss. Und immer, wenn man dieses Heureka-Gefühl hat, eine schwere Aufgabe gelöst zu haben, entwischt er einem wieder. Uhlmann erzählt von Liebe und Hass, von Geben und Nehmen, vom Suchen, Finden und wieder Verlieren. Und vom Trinken, denn 'nichts ist so schön auf der Welt, wie betrunken traurige Musik zu hören'. Aber Thees wäre nicht Uhlmann und Tomte nicht Tomte, wenn diese Band es nicht auf ihre ganz eigene Art täte. Überhaupt die Band: Schlagzeuger Timo Bodenstein gab nach 14 Jahren die Stöcke an Max Schröder weiter. Der bediente vorher das Keyboard, was nun vom neuen Mann Simon Frontzek übernommen wird. Man hört den neuen Tomte an, dass es ordentlich gerumpelt hat im Bandgefüge - und das ist eine durchaus positive Nachricht. Die Band hat ihren Sound weiterentwickelt, sie lebt und atmet. Es wimmelt nur so von magischen Momenten, auf Platte genauso wie auf der Bühne, was Tomte bereits zweimal - zuletzt am 30. März 2006 - in der Centralstation unter Beweis stellte. Nun geht es weiter. So, wie man es eben von Tomte gewohnt ist. Am Dienstag, dem 24. März, also einen Tag vor dem 10-jährigen Geburtstag der Centralstation, ist Tomte abermals zu Gast. Damit wird die Geburtstagsfeier umrahmt von zwei Konzerten (Tomte und Joshua Redman), die das breite musikalische Spektrum des Kulturbetriebs deutlich machen. (PAT)
Besetzung: Thees Uhlmann (Gesang & Gitarre), Dennis Becker (Gitarre), Nikolai Potthoff (Bass), Max Schröder (Schlagzeug), Simon Frontzek (Gitarre & Orgel)
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Dienstag, 24. März 2009
Beginn: 20:30 Uhr
Einlass: 19:30 Uhr
Halle unbestuhlt
Alle Eintrittspreise sind Endpreise. Keine Gewähr für die Richtigkeit der Preisangaben.
Verantwortlicher Veranstalter:
Centralstation Kultur GmbH * Im Carree * 64283 Darmstadt
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