Musik und Film: Nach der Musik
Nach der Musik: Eine Reise zum Vater
Kurz nach der Wende beendet der österreichische Dirigent Otmar Suitner seine langjährige Karriere an der Staatsoper Berlin. Das Parkinson-Syndrom lässt ihm die Hände zittern. Er, der einst in Bayreuth Weltruhm erlangte, hat den Taktstock nicht mehr im Griff. Die Musik verschwindet aus seinem Alltag. Doch der Fall der Mauer bringt etwas Neues: ein verändertes Familienleben. Jahrzehntelang hatte Suitner zwei Privatleben, eins mit der Ehefrau Marita in Ostberlin, das andere mit der Geliebten Renate und dem gemeinsamen Sohn im Westteil der Stadt.
Der gebürtige Tiroler war 1960 mit Marita in die DDR gezogen, wo er als Chefdirigent der Dresdner Staatskapelle arbeitete. Vier Jahre später wird er an die Staatsoper in Ostberlin berufen. Als verehrter Dirigent und als Ausländer genießt Suitner in der DDR einen Sonderstatus. So kann er jederzeit die Grenze passieren und reist zu Konzerten und Gastspielen nach Paris, Tokio oder Moskau. 1965 dirigiert Otmar Suitner zum zweiten Mal in Bayreuth. Dort lernt der 43-Jährige die 24-jährige westdeutsche Studentin Renate Heitzmann kennen - der Beginn einer großen Liebe. 1971 wird ihr Sohn Igor geboren.
Otmar Suitners Leben wird ein Balanceakt zwischen Ost- und Westdeutschland, zwischen Privatleben und Karriere. In 'Nach der Musik' erzählt Igor Heitzmann die Geschichte einer Annäherung: an den Vater, den fernen Dirigenten, an das verschwundene Land DDR, die ungewöhnlichen Lebenswege der Eltern - und an die Musik. Mit der Kamera ergründet er die vergangene und die gegenwärtige Welt seines Vaters. Archivaufnahmen zeigen die großen Momente eines Musikerlebens, gefeierte Konzerte und Tourneen, aber auch einfache Orchesterproben oder die Arbeit mit den Studenten der Dirigierklasse an der Musikuniversität in Wien. In Gesprächen und Bildern rekonstruiert er die Familiengeschichte zwischen Ost und West und verbindet sie mit den eigenen, bruchstückhaften Erinnerungen an die Begegnungen mit dem Vater.
Ein Film über einen großen Dirigenten und die Liebe im geteilten Deutschland, erzählt von einem Sohn, der nach der Musik sucht, um den Vater zu finden. Zu sehen in der Reihe 'Musik und Film', die die Centralstation in Kooperation mit dem programmkino rex veranstaltet. (PAT)
Pressestimme:
Vater und Sohn haben sich gegenseitig ein Geschenk gemacht mit diesem Film. Dass sie es mit uns teilen können, ist ein Glück. (Berliner Zeitung)
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Mittwoch, 20. Januar 2010
Beginn: 20:30 Uhr
Einlass: 20:00 Uhr
Halle unbestuhlt
Alle Eintrittspreise sind Endpreise. Keine Gewähr für die Richtigkeit der Preisangaben.
Verantwortlicher Veranstalter:
Centralstation Kultur GmbH in Kooperation mit programmkino rex
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