Anna Depenbusch: Die Mathematik der Anna Depenbusch
Anna Depenbusch: Unberechenbar
Am liebsten führt Anna Depenbusch in ihrer kreativen Schaffensphase das einsame Leben einer Eremitin. Nach diversen Jobs als Nachtclub-Sängerin auf der Hamburger Reeperbahn, Komponistin für Theatermusik am Thalia Theater oder als Fahrerin von Gemüselastern hatte sie Ende 2001 das dringende Bedürfnis nach einer Neuorientierung. Inspiration suchte und fand sie in der Weite und Einsamkeit Islands. Nach mehrmonatigem Exil kehrte Anna Depenbusch gestärkt und mit einer Reihe neuer Songs im Gepäck nach Hamburg zurück, wo in der Folge ihr erstes Soloalbum 'Ins Gesicht' entstand. Auch für ihr aktuelles Album 'Die Mathematik der Anna Depenbusch' suchte die Sängerin die Abgeschiedenheit. Zwei Winter nistete sie sich im Schloss Salzau am Selenter See ein. Es sollte ein reduziertes Album werden - nur Anna am Klavier. Das Problem hierbei war, dass Anna Depenbusch nicht gerade perfekt Klavier spielen konnte. Lange Winterabende verbrachte sie emsig übend, komponierend, textend und singend. Das Ergebnis kann sich hören lassen. Ganz so spartanisch, wie geplant, geht es auf ihrem neuen Album dann doch nicht einher. Den Song 'Astronaut' hat Anna Depenbusch sogar mit einem ganzen Orchester eingespielt. 'Die Mathematik der Anna Depenbusch' ist ein beeindruckender Stilmix - scheinbar schwerelos bewegt sich die Sängerin und Songschreiberin zwischen den Genres. 'Tanz mit mir' beginnt als melancholische Polka, in der die Liebste den Abschied ihres Matrosen bedauert, der, gemäß des Sprichworts 'in jedem Hafen eine andere Frau', jedoch nicht wieder in ihre Arme zurückkehrt. Immer treibender wird der Polkarhythmus, bis das Mädchen zu der befreienden Einsicht kommt, an den Matrosen doch eigentlich nur das Meer zu lieben. Viel Wahres tritt im balladesken Walzer 'Tim liebt Tina' zutage: Tim liebt Tina, doch Tina liebt Klaus. Doch Klaus muss beruflich nach China und lässt Tina zu Haus - so einfach und schmerzhaft kann das Leben sein. Ironie ist zweifelsohne das Salz in der Suppe, die Anna Depenbusch so formidabel kocht. Sie öffnet eine Hintertür, macht die oft nachdenklichen Balladen mit den leichten Melodien charmant und bewahrt die Lieder davor, kitschig zu sein. Am Dienstag, dem 25. Oktober, stellt die Künstlerin ihr aktuelles Album 'Die Mathematik der Anna Depenbusch' in der Centralstation vor und lehrt ihr Publikum, wie unberechenbar das Leben ist. (ELA)
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Dienstag, 25. Oktober 2011
Beginn: 20:00 Uhr
Einlass: 19:00 Uhr
Alle Eintrittspreise sind Endpreise. Keine Gewähr für die Richtigkeit der Preisangaben.
Verantwortlicher Veranstalter:
Kulturfreunde Centralstation e.V.
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